Matjes .....ääächt lekker
„Einem
Hering kann nichts Besseres passieren, als ein Matjes zu werden",
meinen die Holländer in ihrem gemütvollen Humor.
Matjes
ist ein Hering, der sich für sein Geschlecht noch nicht entschieden
hat:
Er
hat noch keine Geschlechtsprodukte - Rogen und Milchner - gebildet.
Er
ist ein maagdekensharing,
ein Meisje. In diesem Entwicklungsstadium ist er zart und fettreich,
aber nicht zu fett.
Der beste Matjes kommt aus Holland. Hier stimmt alles: der Fangzeitpunkt, das Fanggebiet, der Reifeprozess, die Lagerung, die Größe, der Fettgehalt (15 bis 20 Prozent) und die Kehlung. Der original maagdekensharing ist mittelgroß. Seine Oberhaut ist silbrig und sein Fleisch erinnert an Marzipan. Das Rosa geht an der Gräte in ein schwaches Rot über.
Holländer bevorzugen mild gesalzenen Matjes. Der Salzgehalt sollte drei Prozent nicht überschrei-ten. Aus diesem Grund darf der Matjes auch nicht gewässert werden, damit der dezente Geschmack erhalten bleibt. Holländischer Matjes - die beste Qualität wird unter der Bezeichnung ‚LS Matjes‘ oder ‚Primtjes‘ angeboten - ist darüber hinaus auch deutlich fetter als deutscher. Wahrer Matjesgenuss fängt in den Niederlanden erst bei 18 Prozent Fettgehalt an. Deutsche Gaumen begnügen sich mit 12 Prozent.
Nach dem Aal
besitzt der Matjes den höchsten Nährwert unter den Nahrungsfischen.
Hoch ist sein Gehalt an Mineralstoffen, vor allem an Kalium und
Phosphor.
Er enthält
außerdem eine Anzahl von Vitaminen: D, E und die der B-Gruppe.
Matjes sollte nach Möglichkeit an jenem Tag verzehrt werden, an dem man ihn gekauft hat. Und im Eisschrank nicht neben intensiven Lebensmitteln aufbewahren, wie zum Beispiel Zwiebeln. Der Geruch würde sich sofort übertragen und das an Meer und Algen erinnernde Aroma des Matjes verdrängen.
Und wie isst man ihn? Hier gibt es den gleichen Streit wie beim Verzehr von Weißwürsten. Man kann den Matjes am Schwanz über den Kopf halten und ihn in den Mund gleiten lassen.
Wer sich dieser
Übung nicht unterziehen will, mag sich Matjes-Tatar bereiten:
aus Filets,
Äpfeln, frischen Gurken, Radieschen und Frühlingszwiebeln. Oder
Filets mit Krabben, Zwiebelringen und frisch gehackter Petersilie.
Oder ... oder ... es gibt gut ein Dutzend Rezepte. In Deutschland
kombiniert man die Filets am liebsten mit grünen Bohnen, neuen
Kartoffeln und einer Specksauce, oder mit einer pikanten Rahmsauce.
Der schlichte
Titel: Hering-Hausfrauenart
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